Wilhelm Meisters Lehrjahre, Buch 6

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Author: Johann Wolfgang von Goethe

VI. Buch--3

Die ganze Welt war mir ausser Narzissen tot, nichts hatte ausser ihm einen Reiz fuer mich. Selbst meine Liebe zum Putz hatte nur den Zweck, ihm zu gefallen; wusste ich, dass er mich nicht sah, so konnte ich keine Sorgfalt darauf wenden. Ich tanzte gern; wenn er aber nicht dabei war, so schien mir, als wenn ich die Bewegung nicht vertragen koennte. Auf ein brillantes Fest, bei dem er nicht zugegen war, konnte ich mir weder etwas Neues anschaffen noch das Alte der Mode gemaess aufstutzen. Einer war mir so lieb als der andere, doch moechte ich lieber sagen: einer so laestig als der andere. Ich glaubte meinen Abend recht gut zugebracht zu haben, wenn ich mir mit aeltern Personen ein Spiel ausmachen konnte, wozu ich sonst nicht die mindeste Lust hatte, und wenn ein alter, guter Freund mich etwa scherzhaft darueber aufzog, laechelte ich vielleicht das erstemal den ganzen Abend. So ging es mit Promenaden und allen gesellschaftlichen Vergnuegungen, die sich nur denken lassen:

Ich hatt ihn einzig mir erkoren; Ich schien mir nur fuer ihn geboren, Begehrte nichts als seine Gunst.

So war ich oft in der Gesellschaft einsam, und die voellige Einsamkeit war mir meistens lieber. Allein mein geschaeftiger Geist konnte weder schlafen noch traeumen; ich fuehlte und dachte und erlangte nach und nach eine Fertigkeit, von meinen Empfindungen und Gedanken mit Gott zu reden. Da entwickelten sich Empfindungen anderer Art in meiner Seele, die jenen nicht widersprachen. Denn meine Liebe zu Narziss war dem ganzen Schoepfungsplane gemaess und stiess nirgend gegen meine Pflichten an. Sie widersprachen sich nicht und waren doch unendlich verschieden. Narziss war das einzige Bild, das mir vorschwebte, auf das sich meine ganze Liebe bezog; aber das andere Gefuehl bezog sich auf kein Bild und war unaussprechlich angenehm. Ich habe es nicht mehr und kann es mir nicht mehr geben.

Mein Geliebter, der sonst alle meine Geheimnisse wusste, erfuhr nichts hiervon. Ich merkte bald, dass er anders dachte; er gab mir oefters Schriften, die alles, was man Zusammenhang mit dem Unsichtbaren heissen kann, mit leichten und schweren Waffen bestritten. Ich las die Buecher, weil sie von ihm kamen, und wusste am Ende kein Wort von allem dem, was darin gestanden hatte.

ueber Wissenschaften und Kenntnisse ging es auch nicht ohne Widerspruch ab; er machte es wie alle Maenner, spottete ueber gelehrte Frauen und bildete unaufhoerlich an mir. ueber alle Gegenstaende, die Rechtsgelehrsamkeit ausgenommen, pflegte er mit mir zu sprechen, und indem er mir Schriften von allerlei Art bestaendig zubrachte, wiederholte er oft die bedenkliche Lehre: dass ein Frauenzimmer sein Wissen heimlicher halten muesse als der Kalvinist seinen Glauben im katholischen Lande; und indem ich wirklich auf eine ganz natuerliche Weise vor der Welt mich nicht klueger und unterrichteter als sonst zu zeigen pflegte, war er der erste, der gelegentlich der Eitelkeit nicht widerstehen konnte, von meinen Vorzuegen zu sprechen.

Ein beruehmter und damals wegen seines Einflusses, seiner Talente und seines Geistes sehr geschaetzter Weltmann fand an unserm Hofe grossen Beifall. Er zeichnete Narzissen besonders aus und hatte ihn bestaendig um sich. Sie stritten auch ueber die Tugend der Frauen. Narziss vertraute mir weitlaeufig ihre Unterredung; ich blieb mit meinen Anmerkungen nicht dahinten, und mein Freund verlangte von mir einen schriftlichen Aufsatz. Ich schrieb ziemlich gelaeufig Franzoesisch: ich hatte bei meinem Alten einen guten Grund gelegt. Die Korrespondenz mit meinem Freunde war in dieser Sprache gefuehrt, und eine feinere Bildung konnte man ueberhaupt damals nur aus franzoesischen Buechern nehmen. Mein Aufsatz hatte dem Grafen gefallen; ich musste einige kleine Lieder hergeben, die ich vor kurzem gedichtet hatte. Genug, Narziss schien sich auf seine Geliebte ohne Rueckhalt etwas zugute zu tun, und die Geschichte endigte zu seiner grossen Zufriedenheit mit einer geistreichen Epistel in franzoesischen Versen, die ihm der Graf bei seiner Abreise zusandte, worin ihres freundschaftlichen Streites gedacht war und mein Freund am Ende gluecklich gepriesen wurde, dass er, nach so manchen Zweifeln und Irrtuemern, in den Armen einer reizenden und tugendhaften Gattin, was Tugend sei, am sichersten erfahren wuerde.

Dieses Gedicht ward mir vor allen und dann aber auch fast jedermann gezeigt, und jeder dachte dabei, was er wollte. So ging es in mehreren Faellen, und so mussten alle Fremden, die er schaetzte, in unserm Hause bekannt werden.

Eine graefliche Familie hielt sich wegen unsres geschickten Arztes eine Zeitlang hier auf. Auch in diesem Hause war Narziss wie ein Sohn gehalten; er fuehrte mich daselbst ein, man fand bei diesen wuerdigen Personen eine angenehme Unterhaltung fuer Geist und Herz, und selbst die gewoehnlichen Zeitvertreibe der Gesellschaft schienen in diesem Hause nicht so leer wie anderwaerts. Jedermann wusste, wie wir zusammen standen; man behandelte uns, wie es die Umstaende mit sich brachten, und liess das Hauptverhaeltnis unberuehrt. Ich erwaehne dieser einen Bekanntschaft, weil sie in der Folge meines Lebens manchen Einfluss auf mich hatte.

Nun war fast ein Jahr unserer Verbindung verstrichen, und mit ihm war auch unser Fruehling dahin. Der Sommer kam, und alles wurde ernsthafter und heisser.

Durch einige unerwartete Todesfaelle waren aemter erledigt, auf die Narziss Anspruch machen konnte. Der Augenblick war nahe, in dem sich mein ganzes Schicksal entscheiden sollte, und indes Narziss und alle Freunde sich bei Hofe die moeglichste Muehe gaben, gewisse Eindruecke, die ihm unguenstig waren, zu vertilgen und ihm den erwuenschten Platz zu verschaffen, wendete ich mich mit meinem Anliegen zu dem unsichtbaren Freunde. Ich ward so freundlich aufgenommen, dass ich gern wiederkam. Ganz frei gestand ich meinen Wunsch, Narziss moechte zu der Stelle gelangen; allein meine Bitte war nicht ungestuem, und ich forderte nicht, dass es um meines Gebets willen geschehen sollte.

Die Stelle ward durch einen viel geringern Konkurrenten besetzt. Ich erschrak heftig ueber die Zeitung und eilte in mein Zimmer, das ich fest hinter mir zumachte. Der erste Schmerz loeste sich in Traenen auf; der naechste Gedanke war: Es ist aber doch nicht von ungefaehr geschehen, und sogleich folgte die Entschliessung, es mir recht wohl gefallen zu lassen, weil auch dieses anscheinende uebel zu meinem wahren Besten gereichen wuerde. Nun drangen die sanftesten Empfindungen, die alle Wolken des Kummers zerteilten, herbei; ich fuehlte, dass sich mit dieser Huelfe alles ausstehen liess. Ich ging heiter zu Tische, zum Erstaunen meiner Hausgenossen.

Narziss hatte weniger Kraft als ich, und ich musste ihn troesten. Auch in seiner Familie begegneten ihm Widerwaertigkeiten, die ihn sehr drueckten, und bei dem wahren Vertrauen, das unter uns statthatte, vertraute er mir alles. Seine Negoziationen, in fremde Dienste zu gehen, waren auch nicht gluecklicher; alles fuehlte ich tief um seinetund meinetwillen, und alles trug ich zuletzt an den Ort, wo mein Anliegen so wohl aufgenommen wurde.

Je sanfter diese Erfahrungen waren, desto oefter suchte ich sie zu erneuern und den Trost immer da, wo ich ihn so oft gefunden hatte; allein ich fand ihn nicht immer: es war mir wie einem, der sich an der Sonne waermen will und dem etwas im Wege steht, das Schatten macht. "Was ist das?" fragte ich mich selbst. Ich spuerte der Sache eifrig nach und bemerkte deutlich, dass alles von der Beschaffenheit meiner Seele abhing; wenn die nicht ganz in der geradesten Richtung zu Gott gekehrt war, so blieb ich kalt; ich fuehlte seine Rueckwirkung nicht und konnte seine Antwort nicht vernehmen. Nun war die zweite Frage: Was verhindert diese Richtung? Hier war ich in einem weiten Feld und verwickelte mich in eine Untersuchung, die beinahe das ganze zweite Jahr meiner Liebesgeschichte fortdauerte. Ich haette sie frueher endigen koennen, denn ich kam bald auf die Spur; aber ich wollte es nicht gestehen und suchte tausend Ausfluechte.

Ich fand sehr bald, dass die gerade Richtung meiner Seele durch toerichte Zerstreuung und Beschaeftigung mit unwuerdigen Sachen gestoert werde; das Wie und Wo war mir bald klar genug. Nun aber wie herauskommen in einer Welt, wo alles gleichgueltig oder toll ist? Gern haette ich die Sache an ihren Ort gestellt sein lassen und haette auf Geratewohl hingelebt wie andere Leute auch, die ich ganz wohlauf sah; allein ich durfte nicht: mein Inneres widersprach mir zu oft. Wollte ich mich der Gesellschaft entziehen und meine Verhaeltnisse veraendern, so konnte ich nicht. Ich war nun einmal in einen Kreis hineingesperrt; gewisse Verbindungen konnte ich nicht loswerden, und in der mir so angelegenen Sache draengten und haeuften sich die Fatalitaeten. Ich legte mich oft mit Traenen zu Bette und stand nach einer schlaflosen Nacht auch wieder so auf; ich bedurfte einer kraeftigen Unterstuetzung, und die verlieh mir Gott nicht, wenn ich mit der Schellenkappe herumlief.

Nun ging es an ein Abwiegen aller und jeder Handlungen; Tanzen und Spielen wurden am ersten in Untersuchung genommen. Nie ist etwas fuer oder gegen diese Dinge geredet, gedacht oder geschrieben worden, das ich nicht aufsuchte, besprach, las, erwog, vermehrte, verwarf und mich unerhoert herumplagte. Unterliess ich diese Dinge, so war ich gewiss, Narzissen zu beleidigen; denn er fuerchtete sich aeusserst vor dem Laecherlichen, das uns der Anschein aengstlicher Gewissenhaftigkeit vor der Welt gibt. Weil ich nun das, was ich fuer Torheit, fuer schaedliche Torheit hielt, nicht einmal aus Geschmack, sondern bloss um seinetwillen tat, so wurde mir alles entsetzlich schwer.

Ohne unangenehme Weitlaeufigkeiten und Wiederholungen wuerde ich die Bemuehungen nicht darstellen koennen, welche ich anwendete, um jene Handlungen, die mich nun einmal zerstreuten und meinen innern Frieden stoerten, so zu verrichten, dass dabei mein Herz fuer die Einwirkungen des unsichtbaren Wesens offenblieben und wie schmerzlich ich empfinden musste, dass der Streit auf diese Weise nicht beigelegt werden koenne. Denn sobald ich mich in das Gewand der Torheit kleidete, blieb es nicht bloss bei der Maske, sondern die Narrheit durchdrang mich sogleich durch und durch.

Darf ich hier das Gesetz einer bloss historischen Darstellung ueberschreiten und einige Betrachtungen ueber dasjenige machen, was in mir vorging? Was konnte das sein, das meinen Geschmack und meine Sinnesart so aenderte, dass ich im zweiundzwanzigsten Jahre, ja frueher, kein Vergnuegen an Dingen fand, die Leute von diesem Alter unschuldig belustigen koennen? Warum waren sie mir nicht unschuldig? Ich darf wohl antworten: eben weil sie mir nicht unschuldig waren, weil ich nicht wie andre meinesgleichen unbekannt mit meiner Seele war. Nein, ich wusste aus Erfahrungen, die ich ungesucht erlangt hatte, dass es hoehere Empfindungen gebe, die uns ein Vergnuegen wahrhaftig gewaehrten, das man vergebens bei Lustbarkeiten sucht, und dass in diesen hoehern Freuden zugleich ein geheimer Schatz zur Staerkung im Unglueck aufbewahrt sei.

Aber die geselligen Vergnuegungen und Zerstreuungen der Jugend mussten doch notwendig einen starken Reiz fuer mich haben, weil es mir nicht moeglich war, sie zu tun, als taete ich sie nicht. Wie manches koennte ich jetzt mit grosser Kaelte tun, wenn ich nur wollte, was mich damals irremachte, ja Meister ueber mich zu werden drohte. Hier konnte kein Mittelweg gehalten werden: ich musste entweder die reizenden Vergnuegungen oder die erquickenden innerlichen Empfindungen entbehren.

Aber schon war der Streit in meiner Seele ohne mein eigentliches Bewusstsein entschieden. Wenn auch etwas in mir war, das sich nach den sinnlichen Freuden hinsehnte, so konnte ich sie doch nicht mehr geniessen. Wer den Wein noch so sehr liebt, dem wird alle Lust zum Trinken vergehen, wenn er sich bei vollen Faessern in einem Keller befaende, in welchem die verdorbene Luft ihn zu ersticken drohte. Reine Luft ist mehr als Wein, das fuehlte ich nur zu lebhaft, und es haette gleich von Anfang an wenig ueberlegung bei mir gekostet, das Gute dem Reizenden vorzuziehen, wenn mich die Furcht, Narzissens Gunst zu verlieren, nicht abgehalten haette. Aber da ich endlich nach tausendfaeltigem Streit, nach immer wiederholter Betrachtung auch scharfe Blicke auf das Band warf, das mich an ihm festhielt, entdeckte ich, dass es nur schwach war, dass es sich zerreissen lasse. Ich erkannte auf einmal, dass es nur eine Glasglocke sei, die mich in den luftleeren Raum sperrte; nur noch so viel Kraft, sie entzweizuschlagen, und du bist gerettet!

Gedacht, gewagt. Ich zog die Maske ab und handelte jedesmal, wie mir’s ums Herz war. Narzissen hatte ich immer zaertlich lieb; aber das Thermometer, das vorher im heissen Wasser gestanden, hing nun an der natuerlichen Luft; es konnte nicht hoeher steigen, als die Atmosphaere warm war.

Ungluecklicherweise erkaeltete sie sich sehr. Narziss fing an, sich zurueckzuziehen und fremd zu tun; das stand ihm frei; aber mein Thermometer fiel, so wie er sich zurueckzog. Meine Familie bemerkte es, man befragte mich, man wollte sich verwundern. Ich erklaerte mit maennlichem Trotz, dass ich mich bisher genug aufgeopfert habe, dass ich bereit sei, noch ferner und bis ans Ende meines Lebens alle Widerwaertigkeiten mit ihm zu teilen; dass ich aber fuer meine Handlungen voellige Freiheit verlange, dass mein Tun und Lassen von meiner ueberzeugung abhaengen muesse; dass ich zwar niemals eigensinnig auf meiner Meinung beharren, vielmehr jede Gruende gerne anhoeren wolle, aber da es mein eignes Glueck betreffe, muesse die Entscheidung von mir abhaengen, und keine Art von Zwang wuerde ich dulden. Sowenig das Raesonnement des groessten Arztes mich bewegen wuerde, eine sonst vielleicht ganz gesunde und von vielen sehr geliebte Speise zu mir zu nehmen, sobald mir meine Erfahrung bewiesen dass sie mir jederzeit schaedlich sei, wie ich den Gebrauch des Kaffees zum Beispiel anfuehren koennte, sowenig und noch viel weniger wuerde ich mir irgend eine Handlung, die mich verwirrte, als fuer mich moralisch zutraeglich aufdemonstrieren lassen.

Da ich mich so lange im stillen vorbereitet hatte, so waren mir die Debatten hierueber eher angenehm als verdriesslich. Ich machte meinem Herzen Luft und fuehlte den ganzen Wert meines Entschlusses. Ich wich nicht ein Haar breit, und wem ich nicht kindlichen Respekt schuldig war, der wurde derb abgefertigt. In meinem Hause siegte ich bald. Meine Mutter hatte von Jugend auf aehnliche Gesinnungen, nur waren sie bei ihr nicht zur Reife gediehen; keine Not hatte sie gedraengt und den Mut, ihre ueberzeugung durchzusetzen, erhoeht. Sie freute sich, durch mich ihre stillen Wuensche erfuellt zu sehen. Die juengere Schwester schien sich an mich anzuschliessen; die zweite war aufmerksam und still. Die Tante hatte am meisten einzuwenden. Die Gruende, die sie vorbrachte, schienen ihr unwiderleglich und waren es auch, weil sie ganz gemein waren. Ich war endlich genoetigt, ihr zu zeigen, dass sie in keinem Sinne eine Stimme in dieser Sache habe, und sie liess nur selten merken, dass sie auf ihrem Sinne verharre. Auch war sie die einzige, die diese Begebenheit von nahem ansah und ganz ohne Empfindung blieb. Ich tue ihr nicht zuviel, wenn ich sage, dass sie kein Gemuet und die eingeschraenktesten Begriffe hatte.

Der Vater benahm sich ganz seiner Denkart gemaess. Er sprach weniges, aber oefter mit mir ueber die Sache, und seine Gruende waren verstaendig und als seine Gruende unwiderleglich; nur das tiefe Gefuehl meines Rechts gab mir Staerke, gegen ihn zu disputieren. Aber bald veraenderten sich die Szenen; ich musste an sein Herz Anspruch machen. Gedraengt von seinem Verstande, brach ich in die affektvollsten Vorstellungen aus. Ich liess meiner Zunge und meinen Traenen freien Lauf. Ich zeigte ihm, wie sehr ich Narzissen liebte und welchen Zwang ich mir seit zwei Jahren angetan hatte, wie gewiss ich sei, dass ich recht handle, dass ich bereit sei, diese Gewissheit mit dem Verlust des geliebten Braeutigams und anscheinenden Gluecks, ja wenn es noetig waere, mit Hab und Gut zu versiegeln; dass ich lieber mein Vaterland, Eltern und Freunde verlassen und mein Brot in der Fremde verdienen als gegen meine Einsichten handeln wolle. Er verbarg seine Ruehrung, schwieg einige Zeit stille und erklaerte sich endlich oeffentlich fuer mich.

Narziss vermied seit jener Zeit unser Haus, und nun gab mein Vater die woechentliche Gesellschaft auf, in der sich dieser befand. Die Sache machte Aufsehn bei Hofe und in der Stadt. Man sprach darueber wie gewoehnlich in solchen Faellen, an denen das Publikum heftigen Teil zu nehmen pflegt, weil es verwoehnt ist, auf die Entschliessungen schwacher Gemueter einigen Einfluss zu haben. Ich kannte die Welt genug und wusste, dass man oft von ebenden Personen ueber das getadelt wird, wozu man sich durch sie hat bereden lassen, und auch ohne das wuerden mir bei meiner innern Verfassung alle solche voruebergehende Meinungen weniger als nichts gewesen sein.

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Chicago: Johann Wolfgang von Goethe, "VI. Buch--3," Wilhelm Meisters Lehrjahre, Buch 6 in Wilhelm Meisters Lehrjahre, Buch 6 (Berlin: Tempel Verlag, 1909), Original Sources, accessed September 23, 2018, http://www.originalsources.com/Document.aspx?DocID=CZB8KWIJRC5TJ6R.

MLA: Goethe, Johann Wolfgang von. "VI. Buch--3." Wilhelm Meisters Lehrjahre, Buch 6, in Wilhelm Meisters Lehrjahre, Buch 6, Berlin, Tempel Verlag, 1909, Original Sources. 23 Sep. 2018. www.originalsources.com/Document.aspx?DocID=CZB8KWIJRC5TJ6R.

Harvard: Goethe, JW, 'VI. Buch--3' in Wilhelm Meisters Lehrjahre, Buch 6. cited in 1909, Wilhelm Meisters Lehrjahre, Buch 6, Tempel Verlag, Berlin. Original Sources, retrieved 23 September 2018, from http://www.originalsources.com/Document.aspx?DocID=CZB8KWIJRC5TJ6R.