Geschichte Des Agathon Teil 1

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Author: Christoph Martin Wieland

Sechstes Kapitel

Agathon kommt nach Athen, und widmet sich der Republik. Eine Probe der besondern Natur desjenigen Windes, welcher vom Horaz aura popularis genennet wird

"Mein Vater hielt sich nur so lange zu Corinth auf, als es seine Geschaefte erfoderten, und eilte selbst, mich so bald es nur moeglich war, in dieses Athen zu versetzen, welches sich meiner verschoenernden Einbildung in einem so herrlichen Lichte darstellte. Ich gestehe dir, Danae, (und hoffe, die fromme Pflicht gegen meine Vaterstadt nicht dadurch zu beleidigen) dass der erste Anblick mit dem was ich erwartete einen starken Absatz machte. Mein Geschmack war zu sehr verwoehnt, um das Mittelmaessige, worin es auch sein moechte, ertraeglich zu finden; er wollte gleichsam alles in diese feine Linie eingeschlossen sehen, in welcher das Erhabene mit dem Schoenen zusammenfliesst; und wenn er diese Vollkommenheit an einzelnen Teilen gewahr wurde, so wollte er, dass alle zusammenstimmen, und ein sich selbst durchaus aehnliches, symmetrisches Ganzes ausmachen sollten. Von diesem Grade der Schoenheit war Athen, so wie vielleicht eine jede andere Stadt in der Welt, noch weit entfernt; indessen hatte sie doch der gute Geschmack und die Verschwendung des Pericles, mit Huelfe der Phidias, der Alcamenen, und andrer grosser Meister, in einen solchen Stand gestellt, dass sie mit den praechtigsten Staedten des politesten Teils der Welt um den Vorzug streiten konnte; und ich hielt mit Recht davor, dass die Ergaenzung und Vollendung dessen, was ihr von dieser Seite noch abging, der leichteste Teil meiner Entwuerfe, und eine natuerliche Folge derjenigen Veranstaltungen sein werde, welche sie, meiner Einbildung nach, zum Mittelpunkt der Staerke, und der Reichtuemer des ganzen Erdbodens machen sollten.

Sobald wir in Athen angekommen waren, liess mein Vater seine erste Sorge sein, mich auf eine gesetzmaessige und oeffentliche Art fuer seinen Sohn erkennen, und unter die Atheniensischen Buerger aufnehmen zu lassen. Dieses machte mich eine Zeit lang zu einem Gegenstand der allgemeinen Aufmerksamkeit. Die Athenienser sind, wie dir nicht unbekannt ist, mehr als irgend ein anders Volk in der Welt geneigt, sich ploetzlich mit der aeussersten Lebhaftigkeit fuer oder wider etwas einnehmen zu lassen. Ich hatte das Glueck, ihnen beim ersten Anblick zu gefallen; die Begierde mich zu sehen, und Bekanntschaft mit mir zu machen, wurde eine Art von epidemischer Leidenschaft unter Jungen und Alten; jene machten in kurzem einen glaenzenden Hof um mich, und diese fassten Hoffnungen von mir, welche mich, ohne es an mir selbst gewahr zu werden, mit einem geheimen Stolz erfuellten, und die allzuhochfliegende Meinung, die ich ohnehin geneigt war, von meiner Bestimmung zu fassen, bestaetigten. Dieser subtile Stolz, der sich hinter meinen besten Neigungen und tugendhaftesten Gesinnungen verbarg, und dadurch meinem Bewusstsein sich entzog, benahm mir nichts von einer Bescheidenheit, wodurch ich vor den meisten jungen Leuten meiner Gattung mich zu unterscheiden schien; und ich gewann dadurch, nebst der allgemeinen Achtung des geringern Teils des Volkes, den Vorteil, dass die Vornehmsten, die Weisesten und Erfahrensten mich gerne um sich haben mochten, und mir durch ihren Umgang eine Menge besondere Kenntnisse mitteilten, welche mir bei meinem fruehzeitigen Auftritt in der Republik sehr wohl zu statten kamen. Die Reinigkeit meiner Sitten, der gute Gebrauch, den ich von meiner Zeit machte, der Eifer, womit ich mich zum kuenftigen Dienst meines Vaterlandes vorbereitete, die fleissige Besuchung der Gymnasien, und der Preis, den ich in den uebungen von den mehresten meines Alters davon trug: Alles dieses vereinigte sich, das guenstige Vorurteil zu unterhalten, welches man einmal fuer mich gefasst hatte; und da mir noch die Verdienste meines Vaters, und einer langen Reihe von Voreltern den Weg zur Republik bahnten; so ist es nicht zu verwundern, dass ich in einem Alter, worin die meisten Juenglinge nur mit ihren Vergnuegungen beschaeftiget sind, den Mut hatte, in den oeffentlichen Versammlungen aufzutreten, und das Glueck, mit einem Beifall aufgenommen zu werden, welcher mich in Gefahr setzte, eben so schnell, als ich empor gehoben wurde, so wohl durch meine eigene Vermessenheit, als durch den Neid meiner Nebenbuhler wieder gestuerzt zu werden.

Die Beredsamkeit ist in Athen, und in allen Freistaaten, wo das Volk Anteil an der oeffentlichen Verwaltung hat, der naechste Weg zu Ehrenstellen, und das gewisseste Mittel sich auch ohne dieselben Ansehen und Einfluss zu verschaffen. Ich liess es mir also sehr angelegen sein, die Geheimnisse einer Kunst zu studieren, von deren Ausuebung und dem Grade der Geschicklichkeit, den ich mir darin erwerben wuerde, die glueckliche Ausfuehrung aller meiner Entwuerfe abzuhaengen schien. Denn wenn ich bedachte, wozu Perikles und Alcibiades die Athenienser zu bereden gewusst hatten: So zweifelte ich keinen Augenblick, dass ich sie mit einer gleichen Geschicklichkeit zu Massnehmungen wuerde ueberreden koennen, welche, ausserdem, dass sie an sich selbst edler waren, zu weit glaenzendern Vorteilen fuehrten, ohne so ungewiss und gefaehrlich zu sein. In dieser Absicht besuchte ich die Schule des Platons, welcher damals zu Athen in seinem groessesten Ansehen stund, und indem er die Weisheit des Socrates mit der Beredsamkeit eines Gorgias und Prodicus vereinigte, nach dem Urteil meiner alten Freunde, weit geschickter, als diese Wortkuenstler, war, einen Redner zu bilden, der vielmehr durch die Staerke der Wahrheit, als durch die Blendwerke und Kunstgriffe einer hinterlistigen Dialektik sich die Gemueter seiner Zuhoerer unterwerfen wollte. Der vertrautere Zutritt, den mir dieser beruehmte Weise vergoennte, entdeckte eine uebereinstimmung meiner Denkungsart mit seinen Grundsaetzen, welche die Freundschaft, die ich fuer ihn fasste, in eine fast schwaermerische Leidenschaft verwandelte. Sie wuerde mir schaedlich gewesen sein, wenn man damals schon so von ihm gedacht haette, wie man dachte, nachdem er, durch die Bekanntmachung seiner metaphysischen Dialogen, bei den Staatsleuten, und selbst bei vielen, welche seine Bewundrer gewesen waren, den Vorwurf, welchen Aristophanes ehemals (wiewohl hoechst unbillig) dem weisen Socrates gemacht, sich mit besserm Grund oder mehr Scheinbarkeit zugezogen hatte. Aber damals hatte Plato weder seinen ’Timaeus’ noch seine ’Republik’ geschrieben. Indessen existierte diese letztere doch bereits in seinem Gehirne; sie gab sehr oft den Stoff zu unsern Gespraechen in den Spaziergaengen der Akademie ab; und er bemuehete sich desto eifriger, mir seine Begriffe von der besten Art, die menschliche Gesellschaft einzurichten, und zu regieren, eigen zu machen, da er das Vergnuegen zu haben hoffte, sie wenigstens in so fern es die Umstaende zulassen wuerden, durch mich realisiert zu sehen. Sein Eifer in diesem Stuecke mag so gross gewesen sein, als er will, so war er doch gewiss nicht groesser, als meine Begierde, dasjenige auszuueben, was er spekulierte. Allein, da meine Vorstellung von der Wichtigkeit der Pflichten, welche derjenige auf sich nimmt, der sich in die oeffentlichen Angelegenheiten mischet, der Lauterkeit und innerlichen Guete meiner Absichten proportioniert war, und ich desto weiter von Ehrsucht, und andern eigennuetzigen Leidenschaften entfernt zu sein glaubte, je gewisser ich mir bewusst war, dass ich (wenn ich es fuer erlaubt gehalten haette, mich in der Wahl einer Lebensart bloss meiner Privatneigung zu ueberlassen,) eine von dem Staedtischen Getuemmel entfernte Musse, und den Umgang mit den Musen, die ich alle zugleich liebte, der Ehre, eine ganze Welt zu beherrschen, vorgezogen haette: So glaubte ich mich nicht genug vorbereiten zu koennen, eh ich auf einem Theater erschiene, wo der erste Auftritt gemeiniglich das Glueck des ganzen Schauspiels entscheidet. Ich widerstund bei etlichen Gelegenheiten, welche mich aufzufodern schienen, so wohl dem Zudringen meiner Freunde, als meiner eigenen Neigung, ob es gleich, seit dem Alcibiades mit so gutem Erfolg den Anfang gemacht hatte, nicht an jungen Leuten fehlte, welche, ohne sich durch andre Talente, als die Geschicklichkeit ein Gastmahl anzuordnen, sich zierlich zu kleiden, zu tanzen, und die Cithar zu spielen, bekannt gemacht zu haben, vermessen genug waren, nach einer durchgeschwaermten Nacht aus den Armen einer Buhlerin in die Versammlung des Volks zu huepfen, und von Salben triefend mit einer taendelhaften Geschwaetzigkeit von den Gebrechen des Staats, und den Fehlern der oeffentlichen Verwaltung zu plaudern.

Endlich ereignete sich ein Fall, wo das Interesse eines Freundes, den ich vorzueglich liebte, alle meine Bedenklichkeiten ueberwog. Eine maechtige Kabale hatte seinen Untergang geschworen; er war unschuldig; aber die Anscheinungen waren gegen ihn; die Gemueter waren wider ihn eingenommen; und die Furcht, sich den Unwillen seiner Feinde zu zuziehen, hielt die wenigen, welche besser von ihm dachten, zurueck, sich seiner oeffentlich anzunehmen. In diesen Umstaenden stellte ich mich als sein Verteidiger dar. Da ich von seiner Unschuld ueberzeugt war, so wuerkten alle diese Betrachtungen, wodurch sich seine uebrigen Freunde abschrecken liessen, bei mir gerade das Widerspiel. Ganz Athen wurde aufmerksam, da es bekannt wurde, dass Agathon, des Stratonicus Sohn, auftreten wuerde, die Sache des schon zum voraus verurteilten Lysias zu fuehren. Die Zuneigung, welche das Volk zu mir trug, veraenderte auf einmal die Meinung, die man von dieser Sache gefasst hatte; die Athenienser fanden eine Schoenheit, von der sie ganz bezaubert waren, in der Grossmut und Herzhaftigkeit, womit ich (wie sie sagten) mich fuer einen Freund erklaerte, den alle Welt verlassen und der Wut und uebermacht seiner Feinde preis gegeben hatte. Man tat nun die eifrigsten Geluebde, dass ich den Sieg davon tragen moechte, und der Enthusiasmus, womit einer den andern ansteckte, wurde so gross, dass die Gegenpartei sich genoetigt sah, den Tag der Entscheidung so weit hinauszusetzen, als sie fuer noetig hielten, um die erhitzten Gemueter sich wieder abkuehlen zu lassen. Sie sparten inzwischen keine Kunstgriffe, wodurch sie sich des Ausgangs zu versichern glaubten; allein der Erfolg vereitelte alle ihre Massnehmungen. Die Zujauchzungen, womit ich von einem grossen Teil des Volkes empfangen wurde, munterten mich auf; ich sprach mit einem gesetztern Mut, als man sonst von einem jungen Menschen erwarten konnte, der zum ersten mal vor einer so zahlreichen Versammlung redete; und vor einer Versammlung, wo der geringste Handwerksmann sich fuer einen Kenner und rechtmaessigen Richter der Beredsamkeit hielt. Die Wahrheit tat auch hier die Wuerkung, die sie alle mal tut, wenn sie in ihrem eigenen Lichte und mit derjenigen Lebhaftigkeit, welche die eigene ueberzeugung des Redners gibt, vorgetragen wird; sie ueberwaeltigte alle Gemueter. Lysias wurde losgesprochen, und Agathon, der nunmehr der Held der Athenienser war, im Triumph nach Hause begleitet. Von dieser Zeit erschien ich oefters in den oeffentlichen Versammlungen; die Leidenschaft, welche das Volk fuer mich gefasst hatte, und der Beifall, der mir, wenn ich redete, entgegen flog, machten mir Mut, nun auch an den allgemeinen Angelegenheiten Teil zu nehmen; und da das Glueck beschlossen zu haben schien, mich nicht eher zu verlassen, bis es mich auf den Gipfel der Republikanischen Groesse erhoben haben wuerde; so machte ich auch in dieser neuen Lauf-Bahn so schnelle Schritte, dass in kurzem die Gunst, worin ich bei dem Volk stund, das Ansehen der Maechtigsten zu Athen im Gleichgewicht erhielt; und dass meine heimlichen Feinde selbst, um dem Volk angenehm zu sein, genoetigt waren, oeffentlich die Zahl meiner Bewunderer zu vermehren. Der Tod meines Vaters, der um diese Zeit erfolgte, beraubte mich eines Freundes und Fuehrers, dessen Klugheit mir in dem gefahrvollen Ozean des politischen Lebens unentbehrlich war. Ich wurde dadurch in den Besitz der grossen Reichtuemer gesetzt, mit denen er nur dadurch dem Neid entgangen war, weil er sie mit grosser Bescheidenheit gebrauchte. Ich war nicht so vorsichtig. Der Gebrauch, den ich davon machte, war zwar an sich selbst edel und loeblich; ich verschwendete sie, um Gutes zu tun; ich unterstuetzte alle Arten von Buergern, welche ohne ihre Schuld in Unglueck geraten waren; mein Haus war der Sammel-Platz der Gelehrten, der Kuenstler und der Fremden; mein Vermoegen stund jedem zu Diensten, der es benoetigt war: aber eben dieses war es, was in der Folge meinen Fall befoerderte. Man wuerde mir eher zu gut gehalten haben, wenn ich es mit Gastmaehlern, mit Buhlerinnen und mit einer immerwaehrenden Abwechslung praechtiger und ausschweifender Lustbarkeiten durchgebracht haette. Indes stund es eine geraume Zeit an, bis die Eifersucht, welche ich durch eine solche Lebens-Art in den Gemuetern der Angesehensten unter den Edeln zu Athen erregte, es wagen durfte, in sichtbare Wuerkungen auszubrechen. Das Volk, welches mich vorhin geliebet hatte, fing nun an, mich zu vergoettern. Der Ausdruck, den ich hier gebrauche, ist nicht zu stark; denn da ein gewisser Dichter, der sich meines Tisches zu bedienen pflegte, sich einst einfallen liess, in einem grossen und elenden Gedicht mir den Apollo zum Vater zu geben, so fand diese mir selbst laecherliche Schmeichelei bei dem Poebel (dem ohnehin das Wunderbare allemal besser als das Natuerliche einleuchtet) so grossen Beifall, dass sich nach und nach eine Art von Sage unter dem Volk befestigte, welche meiner Mutter die Ehre beilegte, den Gott zu Delphi fuer ihre Reizungen empfindlich gemacht zu haben. So ausschweifend dieser Wahn war, so wahrscheinlich schien er meinen Goennern aus der untersten Klasse; dadurch allein glaubten sie die mehr als menschliche Vollkommenheiten, die sie mir zuschrieben, erklaeren, und die ungereimten Hoffnungen, welche sie sich von mir machten, rechtfertigen zu koennen. Denn das Vorurteil des grossen Haufens ging weit genug, dass viele oeffentlich sagten, Athen koenne durch mich allein zur Gebieterin des ganzen Erdbodens gemacht werden, und man koenne nicht genug eilen, mir eine einzelne und unumschraenkte Gewalt zu uebertragen, von welcher sie sich nichts geringers als die Wiederkehr der goeldenen Zeit, die gaenzliche Aufhebung des verhassten Unterscheids zwischen Armen und Reichen, und einen seligen Muessiggang mitten unter allen Wolluesten und Ergoetzlichkeiten des Lebens versprachen.

Bei diesen Gesinnungen, womit in groesserm oder kleinerm Grade der Schwaermerei das ganze Volk zu Athen fuer mich eingenommen war, brauchte es nur eine Gelegenheit, um sie dahin zu bringen, die Gesetze selbst zu Gunsten ihres Lieblings zu ueberspringen. Diese zeigte sich, da Euboea und einige andre Insuln sich des ziemlich harten Joches, welches ihnen die Athenienser aufgelegt hatten, zu entledigen, einen Aufstand erregten, worin sie von den Spartanern heimlich unterstuetzt wurden. Man konnte (diejenige Theorie, welche man zu Hause erwerben kann, ausgenommen) des Kriegs-Wesens nicht unerfahrner sein, als ich es war. Ich hatte das Alter noch nicht erreicht, welches die Gesetze zu Bekleidung eines oeffentlichen Amts erfoderten; wir hatten keinen Mangel an geschickten und geuebten Kriegs-Leuten; ich selbst wandte alles Ansehen, das ich hatte, an, um einen davon, den ich, seines moralischen Charakters wegen, vorzueglich hoch schaetzte, zum Feld-Herrn gegen die Empoerten erwaehlen zu machen; aber das alles half nichts gegen die warme Einbildungs-Kraft des lebhaftesten und leichtsinnigsten Volks in der Welt. Agathon, welchem man alle Talente zutraute, und von welchem man sich berechtigt hielt, Wunder zu erwarten, war allein tauglich, die Ehre des Atheniensischen Namens zu behaupten, und die hochfliegenden Traeume der politischen Muessiggaenger zu Athen, welche bei diesem Anlass in die Wette eiferten, wer die laecherlichsten Projekte machen koenne, in die Wuerklichkeit zu setzen. Diese Art von Leuten war so geschaeftig, dass es ihnen gelang, den groessesten Teil ihrer Mitbuerger mit ihrer Torheit anzustecken. Jede Nachricht, dass sich wieder eine andere Insul aufzulehnen anfange, verursachte eine allgemeine Freude; man wuerde es gerne gesehen haben, wenn das ganze Griechenland an dieser Sache Anteil genommen haette; auch fehlte es nicht an Zeitungen, welche das Feuer groesser machten, als es war, und endlich so gar den Koenig von Persien in den Aufstand von Euboea verwickelten, um dem Agathon einen desto groessern Schau-Platz zu geben, die Athenienser durch Heldentaten zu belustigen und durch Eroberungen zu bereichern. Ich wurde also (so sehr ich mich entgegenstraeubte) mit unumschraenkter Gewalt ueber die Armee, ueber die Flotten, und ueber die Schatz-Kammer, zum Feld-Herrn gegen die abtruennigen Insuln ernannt; und da ich nun einmal genoetigt war, dem Eigensinn meiner Mitbuerger nachzugeben, so entschloss ich mich, es mit einer guten Art zu tun, und die Sache von derjenigen Seite anzusehen, welche mir eine erwuenschte Gelegenheit zu geben schien, den Anfang zur Ausfuehrung meiner eigenen Entwuerfe zu machen. Da ich wusste, dass die Insulaner gerechte Klagen gegen Athen zu fuehren hatten, und eine Regierung nicht lieben konnten, von der sie unterdrueckt, ausgezogen, und mit Fuessen getreten wurden; so gruendete ich meinen ganzen Plan ihrer Beruhigung und Wiederbringung auf den Weg der Guete, auf Abstellung der Missbraeuche, wodurch sie erbittert worden waren, auf eine billige Maessigung der Abgaben, welche man gegen ihre Freiheiten und ueber ihr Vermoegen, von ihnen erpresst hatte; und auf ihre Wiedereinsetzung in alle Rechte und Vorteile, deren sie sich als Griechen und als Bunds-Genossen, vermoege vieler besondern Vertraege, zu erfreuen haben sollten. Allein ehe ich von Athen abreisen konnte, war es um so noetiger, die Gemueter vorzubereiten und auf einen Ton zu stimmen, der mit meinen Grund-Saetzen und Absichten uebereinkaeme, da ich sahe, wie lebhaft die ausschweifenden Projekte, womit die Eitelkeit des Alcibiades sie ehemals bezaubert hatte, bei dieser Gelegenheit wieder aufgewacht waren. Ich versammelte also das Volk, und wandte alle Kraefte der Rede-Kunst, welche bei keinem Volk der Welt so viel vermag, als bei den Atheniensern, dazu an, sie von der Gruendlichkeit meiner Entwuerfe zu ueberzeugen, von welchen ich sie so viel sehen liess, als zu Erreichung meiner Absicht noetig war. Nachdem ich ihnen die Groesse und den Flor, wozu die Republik, vermoege ihrer natuerlichen Vorteile und innerlichen Staerke, gelangen koenne, mit den reizendesten Farben abgemalt hatte; bemuehte ich mich zu beweisen, dass weitlaeufige Eroberungen, ausser der Gefahr, womit sie durch die Unbestaendigkeit des Kriegs-Gluecks verbunden seien, den Staat endlich notwendiger Weise unter der Last ihrer eigenen Groesse erdruecken muessten; dass es einen weit sichern und kuerzern Weg gebe, Athen zur Koenigin des Erdbodens zu machen, indem etwas unleugbares sei, dass allezeit diejenige Nation den uebrigen Gesetze vorschreiben werde, welche zu gleicher Zeit die kluegste und die reichste sei; dass der Reichtum allezeit Macht gebe, so wie die Klugheit den rechten Gebrauch der Macht lehre; dass Athen in beidem allen andern Voelkern ueberlegen sein werde, wenn sie auf der einen Seite fortfahre, die Pfleg-Mutter der Wissenschaften und aller nuetzlichen und schoenen Kuenste zu sein; auf der andern aber alle ihre Gedanken darauf richte, sich in der Herrschaft ueber das Meer fest zu setzen; nicht in der Absicht Eroberungen zu machen, sondern sich in eine solche Achtung bei den Auswaertigen zu setzen, dass jedermann ihre Freundschaft suche, und niemand es wagen duerfe, ihren Unwillen zu reizen; dass fuer einen am Meer gelegenen Frei-Staat ein gutes Vernehmen mit allen uebrigen Voelkern, und eine so weit als nur moeglich ausgebreitete Handlung, der natuerliche und unfehlbare Weg sei, nach und nach zu einer Groesse zu gelangen, deren Ziel nicht abzusehen sei; dass aber hiezu die Erhaltung seiner eigenen Freiheit, und zu dieser die Freiheit aller uebrigen, sonderheitlich der benachbarten, oder wenigstens ihre Erhaltung bei ihrer alten und natuerlichen Form und Verfassung, noetig sei; dass Buendnisse mit seinen Nachbarn, und eine solche Freundschaft, wobei der andere eben so wohl seinen Vorteil finde, als wir den unsrigen, einem solchen Staat weit mehr Macht, Ansehen und Einfluss auf die allgemeine Verfassung des politischen Systems der Welt geben muessten, als die Unterwerfung derselben, weil ein Freund allezeit mehr wert sei, als ein Sklave; dass die Gerechtigkeit der einzige Grund der Macht und Dauer eines Staats, so wie das einzige Band der Gesellschaft zwischen einzelnen Menschen und ganzen Nationen, sei; dass diese Gerechtigkeit fodre, eine jede politische Gesellschaft (sie moege gross oder klein sein) als unsers gleichen anzusehen, und ihr eben die Rechte zu zugestehen, welche wir fuer uns selbst foderten; dass ein nach diesen Grund-Saetzen eingerichtetes Betragen das gewisseste Mittel sei, sich ein allgemeines Zutrauen zu erwerben, und anstatt einer gewaltsamen, und mit allen Gefahren der Tyrannie verknuepften Oberherrschaft eine freiwillig eingestandene Autoritaet zu behaupten, welche in der Tat von allen Vorteilen der erstern begleitet sei, ohne die verhasste Gestalt und schlimmen Folgen derselben zu haben. Nachdem ich alle diese Wahrheiten in ihrer besondern Anwendung auf Griechenland und Athen, in das staerkste Licht gesetzt, und bei dieser Gelegenheit die Torheit der Projekte des Alcibiades und andrer ehrsuechtiger Schwindelkoepfe ausfuehrlich erwiesen hatte: Bemuehte ich mich darzutun, dass der Aufstand der Inseln, welche bisher unter dem Schutz der Athenienser gestanden, in neuerlichen Zeiten aber durch Schuld einiger boeser Ratgeber der Republik, als unterworfene Sklaven behandelt worden seien, die gluecklichste Gelegenheit anbiete, auf der einen Seite das ganze Griechenland von der gerechten und edelmuetigen Denkungsart der Athenienser zu ueberzeugen, auf der andern durch eine ansehnliche Vermehrung der Seemacht, wovon die Unkosten durch die groessere Sicherheit und Erweiterung der Handelschaft reichlich ersetzt wuerden, sich in ein solches Ansehen zu setzen, dass niemand jenes gelinde und grossmuetige Verfahren, mit dem mindesten Schein, einem Mangel an Vermoegen sich Genugtuung zu verschaffen, werde beimessen koennen. Ich unterstuetzte diese Vorschlaege mit allen den Gruenden, welche auf die lebhafte Einbildungskraft meiner Zuhoerer den staerksten Eindruck machen konnten, und hatte das Vergnuegen, dass meine Rede mit einem Beifall, der meine Erwartung weit uebertraf, aufgenommen wurde. Ausserdem, dass die Athenienser, ihrer Gemuetsart nach, sich von Wahrheit und gesunden Grundsaetzen eben so leicht einnehmen liessen, als von den Blendwerken einer falschen Staatskunst, wenn ihnen jene nur in einem eben so reizenden Licht, und mit eben so lebhaften Farben vorgetragen wurden, als sie verwoehnt worden waren, von einem jeden, der zu den oeffentlichen Angelegenheiten redete, zu fodern; so waren sie gleichgueltig, durch was fuer Mittel Athen zu derjenigen Groesse gelangen moege, welche das Ziel aller ihrer Wuensche war; und ein grosser Teil der Buerger, denen der Friede mehr Vorteile brachte, als der Krieg, liessen sichs vielmehr wohlgefallen, dass dieses Ziel ihrer Eitelkeit auf eine mit ihrem Privatnutzen uebereinstimmigere Art erhalten werde. Meine heimlichen Feinde, welche nicht zweifelten, dass diese Expedition auf eine oder andere Art Gelegenheit zu meinem Fall geben wuerde, waren weit entfernt, meinen Massnehmungen oeffentlich zu widerstehen; aber (wie ich in der Folge erfuhr) unter der Hand desto geschaeftiger, ihren Erfolg zu hemmen, Schwierigkeiten aus Schwierigkeiten hervor zu spinnen, und die missvergnuegten Insulaner selbst durch geheime Aufstiftungen uebermuetig, und zu billigen Bedingungen abgeneigt zu machen. Die Verachtung, womit man anfangs diesen Aufstand zu Athen angesehen hatte; das ansteckende Beispiel, und die Raenke andrer Griechischen Staedte, welche die Obermacht der Athenienser mit eifersuechtigen Augen ansahen, hatten zu wege gebracht, dass indessen auch die Attischen Kolonien, und der groesseste Teil der Bundesgenossen kuehn genug worden waren, sich einer Unabhaenglichkeit anzumassen, deren schaedliche Folgen sie sich selbst unter dem reizenden Namen der Freiheit verbargen; es war die hoechste Zeit, einer allgemeinen Empoerung und Zusammenverschwoerung gegen Athen zuvorzukommen; und meine Landsleute, welche bei Annaeherung einer Gefahr, die ihnen in der Ferne nur Stoff zu witzigen Einfaellen und Gassenliedern gegeben hatte, sehr schnell von der leichtsinnigsten Gleichgueltigkeit zu einer eben so uebermaessigen Kleinmuetigkeit uebergingen, vergroesserten sich selbst das uebel so sehr, dass ich genoetiget wurde unter Segel zu gehen, ehe die Zuruestungen noch zur Haelfte fertig waren. Ich hatte die Vorsichtigkeit gebraucht, meinen Freund, ueber welchen mir die Gunst des Volks einen so unbilligen Vorzug gegeben hatte, als meinen Unterbefehlshaber mitzunehmen; die Bescheidenheit, womit ich mich des Ansehens, welches mir meine Kommission ueber ihn gab, bediente, kam einer Eifersucht zuvor, die den Erfolg unsrer Unternehmung haette vereiteln koennen; wir handelten aufrichtig, und ohne Nebenabsichten, nach einem gemeinschaftlich abgeredeten Plan, und das Glueck beguenstigte uns so sehr, dass in einer einzigen Expedition alle Inseln, Kolonien und Schutzverwandte der Athenienser nicht nur beruhiget, und wieder in die alte Schranken gesetzt, sondern durch die Abstellung alles dessen, wodurch sie unbilliger Weise beschweret worden waren, und durch die Bestaetigung ihrer Freiheiten, die ich ihnen bewilligte, mehr als jemals geneigt gemacht wurden, die Freundschaft der Athenienser allen andern Verbindungen, die ihnen angetragen worden waren, vorzuziehen. In allem diesem folgte ich, ohne besondere Verhaltungsbefehle einzuholen, meiner eignen Denkungsart mit desto groesster Zuversicht, da ich den ehemaligen Missvergnuegten nichts zugestanden hatte, was sie nicht so wohl nach dem Naturrecht als in Kraft aelterer Vertraege zu fodern vollkommen berechtiget waren, hingegen durch diese Nachgiebigkeit neue und sehr betraechtliche Vorteile fuer die Athenienser erkaufte; Vorteile, welche dem ganzen gemeinen Wesen zuflossen, da hingegen aller Nutzen der Unterdrueckung, worunter sie geseufzet hatten, lediglich in die Kassen einiger Privatleute und ehmaligen Guenstlinge des Volks geleitet worden war.

Ich kehrete also mit dem Vergnuegen, Gutes getan zu haben, mit dem Beifall und der lebhaftesten Zuneigung der saemtlichen Kolonien und Bundesgenossen, und mit der vollen Zuversicht, dass ich die Belohnung, die ich verdient zu haben glaubte, in der Zufriedenheit meiner Mitbuerger einernten wuerde, an der Spitze einer dreimal staerkern Flotte, als womit ich ausgelaufen war, nach Athen zurueck. Ich schmeichelte mir, dass ich mir durch eine so schleunige Beilegung einer Unruhe, welche so weitaussehend und gefaehrlich geschienen, einiges Verdienst um mein Vaterland erworben haette. Ich hatte aus unsern Feinden, Freunde, und aus unsichern Untertanen, zuverlaessige Bundesgenossen gemacht, deren Treu desto weniger zweifelhaft sein musste, da ich ihre Sicherheit und ihren Wohlstand durch unzertrennliche Bande mit dem Interesse von Athen verknuepft hatte; ich hatte, des gemeinen Schatzes zu schonen, mein eignes Vermoegen zugesetzt, und durch mehr als hundert ausgeruestete Galeeren, die ich von dem guten Willen der wieder beruhigten Insulaner erhalten, unsrer Seemacht eine ansehnliche Verstaerkung gegeben; ich hatte das Ansehen der Athenienser befestiget, ihre Neider abgeschreckt, und ihrer Handlung einen Ruhestand verschafft, dessen Fortdauer nunmehr, wenigstens auf lange Zeiten, von ihrem eigenen Betragen abhing. Das Vergnuegen, welches sich ueber mein Gemuet ausbreitete, wenn ich alle diese Vorteile meiner Verrichtung ueberdachte, war so lebhaft, dass ich ueber alle andere Belohnungen, ausser dem Beifall und Zutrauen meiner Mitbuerger, weit hinaus sah: Aber die Athenienser waren, in dem ersten Anstoss ihrer Erkenntlichkeit, keine Leute, welche Mass halten konnten. Ich wurde im Triumph eingeholt, und mit allen Arten der Ehrenbezeugungen in die Wette ueberhaeuft; die Bildhauer mussten sich Tag und Nacht an meinen Statuen muede arbeiten; alle Tempel, alle oeffentlichen Plaetze und Hallen wurden mit Denkmaelern meines Ruhms ausgeziert; und diejenige, welche in der Folge mit der groessesten Heftigkeit an meinem Verderben arbeiteten, waren itzt die eifrigsten, uebermaessige und zuvor nie erhoerte Belohnungen vorzuschlagen, welche das Volk in dem Feuer seiner schwaermerischen Zuneigung gutherziger Weise bewilligte, ohne daran zu denken, dass mir diese Ausschweifungen seiner Hochachtung in kurzem von ihm selbst zu eben so vielen Verbrechen gemacht werden wuerden.

Da ich sahe, dass alle meine Bescheidenheit nicht zureichend war, dem ueberfliessenden Strom der popularen Dankbarkeit Einhalt zu tun; so glaubte ich am besten zu tun, wenn ich mich eine Zeitlang von Athen entfernte, und bis die Atheniensische Lebhaftigkeit durch irgend eine neue Komoedie, einen fremden Gaukler, oder eine frisch angekommene Taenzerin einen andern Schwung bekommen haben wuerde, auf meinem Landgut zu Corinth in Gesellschaft der Musen und Grazien einer Musse zu geniessen, welche ich durch die Arbeiten eines ganzen Jahres verdient zu haben glaubte. Ich dachte wenig daran, dass ich in einer Stadt, deren Liebling ich zu sein schien, Feinde habe, die indessen, dass ich mich mit aller Sorglosigkeit der Unschuld den Vergnuegungen des Landlebens, und der geselligen Freiheit ueberliess, einen eben so boshaften als wohlausgesonnenen Plan zu meinem Untergang anzulegen beschaeftiget seien.

Alles, womit ich mir bei der schaerfsten Pruefung meines oeffentlichen und Privatlebens in Athen, bewusst bin, mein Unglueck, wo nicht verdient, doch befoedert zu haben, ist Unvorsichtigkeit, oder der Mangel an einer gewissen Republikanischen Klugheit, welche nur die Erfahrung geben kann. Ich lebte nach meinem Geschmack, und nach meinem Herzen, weil ich gewiss wusste, dass beide gut waren, ohne daran zu denken, dass man mir andre Absichten bei meinen Handlungen andichten koenne, als ich wirklich hatte. Ich lebte mit einer gewissen Pracht, weil ich das Schoene liebte, und Vermoegen hatte; ich tat jedermann gutes, weil ich meinem Herzen dadurch ein Vergnuegen verschaffte, welches ich allen andern Freuden vorzog; ich beschaeftigte mich mit dem gemeinen Besten der Republik, weil ich dazu geboren war, weil ich eine Tuechtigkeit dazu in mir fuehlte, und weil ich durch die Zuneigung meiner Mitbuerger in den Stand gesetzt zu werden hoffte, meinem Vaterland und der Welt nuetzlich zu sein. Ich hatte keine andere Absichten, und wuerde mir eher haben traeumen lassen, dass man mich beschuldigen werde, nach der Krone des Koenigs von Persien, als nach der Unterdrueckung meines Vaterlands zu streben. Da ich mir bewusst war niemands Hass verdient zu haben, so hielt ich einen jeden fuer meinen Freund, der sich dafuer ausgab, um so mehr, als kaum jemand in Athen war, dem ich nicht Dienste geleistet hatte. Aus eben diesem Grunde dachte ich gleich wenig daran, wie ich mir einen Anhang mache, als wie ich die geheimen Anschlaege von Feinden, welche mir unsichtbar waren, vereiteln wolle. Denn ich glaubte nicht, dass die Freimuetigkeit, womit ich, ohne Galle oder uebermut, meine Meinung bei jeder Gelegenheit sagte, eine Ursache sein koenne, mir Feinde zu machen. Mit einem Wort, ich wusste noch nicht, dass Tugend, Verdienste und Wohltaten gerade dasjenige sind, wodurch man gewisse Leute zu dem toedlichsten Hass erbittern kann. Eine traurige Erfahrung konnte mir allein zu dieser Einsicht verhelfen; und es ist billig, dass ich sie wert halte, da sie mir nicht weniger, als mein Vaterland, die Liebe meiner Mitbuerger, meine schoensten Hoffnungen, und das glueckselige Vermoegen, vielen Gutes zu tun, und von niemand abzuhaengen, gekostet hat."

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